
Nachdem ich die Jahre zuvor nur unbewusst vom Dichterwettstreit gehört habe, durfte ich nun gestern Abend meine ersten Erfahrungen in Sachen “Poetry Slam” sammeln. Das knapp 3-stĂĽndige Event fand kurz nach 8 im rappelvollen und fĂĽr mich verwunderlich auch ausverkauften Kulturzentrum (KUZ) in Mainz statt.
Studenten, Fertig-Studierte und Poeten aller Art mĂĽssen bei diesem Contest durch ihre auf 7 Minuten begrenzte BĂĽhnenperformance die Gunst der zumeist studentischen Zuschauer gewinnen, um letztendlich ewigen Ruhm, Ehre und eine Flasche Absinth abzustauben. Die Regeln dabei sind recht einfach: Erlaubt sind nur selbstgeschriebene “Gedichte”, die Freihand oder vom Papier abgelesen vorgetragen werden. Inhaltlich hingegen ist alles erlaubt von Geschichten, Reimen und intellektueller Poesie bis hin zu Comedy. Und jeder Mutige kann selbstverständlich mitmachen nach Voranmeldung.
Nun zurĂĽck zum Abend. Neben einigen unrĂĽhmlichen Auftritten, bei denen ich nach einer geschlagenen Minute schon gegen die MĂĽdigkeit ankämpfen musste, gab es doch einige spitzenmässige Höhepunkte, wegen denen sich das Kommen und geringe Eintrittsgeld gelohnt haben. Allein dem nächste Woche in DĂĽsseldorf fĂĽr die Stadt Mainz bei den deutschen Meisterschaften im Poetry Slam in der U20 Katergorie teilnehmende Nils Fabian hat mich dermassen begeistert, fĂĽr eine Menge Spass gesorgt und zurecht gewonnen. Respekt fĂĽr den “nihilistischen” Nils. Auch die anderen beiden Finalisten wussten auf ihre unterschiedliche Art und Weise zu ĂĽberzeugen.
Ein Lob gebĂĽhrt den beiden fantastischen Moderatoren Ken Yamamoto & Jens Jekewitz, die souverän durchs Event gefĂĽhrt haben und so einige amĂĽsante SprĂĽche rausgehauen haben, wie z.B. den hier: Heutzutage sagt man nicht mehr “Opfer”, sondern “Betroffener”.
Fazit: Ein gelungener Abend mit einer fantastischen Stimmung und vielen Lachern. Das nächste mal wieder! Selber Ort, selbe Zeit (20.00Uhr), anderer Tag (19. November 2009).




