Teil 3 der Interview-Reihe zur Red Bull BC One 2010 in Tokyo: Im Gespräch mit dem Schweizer Christian “Chrigi” Breitschmid, zusammen mit Claude Hunkeler Mitbe-Gründer der Red Bull BC One, zudem Art Director des Events und Filmemacher.

Hi Christian. Wie hast du deinen Co-Gründer Claude Hunkeler kennengelernt?
Seit 1995 produziere ich Extremsport Magazine, wodurch ich in die Breakdance Szene reingekommen bin, habe selbst ein bisschen Breakdance gemacht und auch immer Fotos von anderen B-Boys geschossen. Dadurch habe ich anschließend Claude durch den Battle Of The Year in der Schweiz kennengelernt.

D.h. nach dem Battle Of The Year kamt ihr auf die Idee zur Red Bull BC One?
Als ich mit B-Boys zusammen Stories gedreht habe, habe ich die Tänzer immer als Standard Question gefragt, “wer denn der beste B-Boy der Welt sei“. Niemand gab mit jemals eine klare Antwort darauf, weil es einfach niemand gewusst hat. Da hab ich immer nachgehakt und als Zweites gefragt, ob es denn keine 1 zu 1 Battles gibt, wo die besten B-Boys dabei sind. Als Antwort bekam ich immer nur, dass es höchstens 2 vs. 2 Wettkämpfe gab oder so etwas wie beim Battle Of The Year. In größeren Crews jedoch sind immer nur 2 oder 3 Leute die Besten, also auf wirklichem Top Niveau und nicht alle Mitglieder in der Crew.

Deshalb haben wir um das Jahr 2000 herum circa 3 Jahre lang akquiriert und gefragt, ob jemand interessiert ist, so ein Turnier mit uns zu veranstalten. Alle haben nur gesagt das Breakdance “Out” ist und die Sportart niemanden interessiert. 2004 konnten wir das Turnier in Biel in der Schweiz auf die Beine stellen. Damals natürlich noch ziemlich klein. Denn normalerweise macht man ein Event bei Red Bull 3 mal national, wenn es gut ist dann international und wenn’s wirklich gut ankommt sogar global. Nach dem ersten Mal hatten wir sehr viele Zuschauer und TV Views, und seitdem läuft es.

Wie habt ihr das Event am Anfang finanziert?
Wir wollten es unbedingt machen, also mussten wir schauen, dass wir alles kostendeckend machen. Red Bull Schweiz war von Anfang an dabei und hat uns dabei finanziell unterstützt. Unser Konzept bestand darin, uns von anderen Events abzuheben und alles auf 16mm zu drehen, damit es besser aussieht und alles mehr den Filmlook bekommt. Es hat sofort funktioniert und kam gut an!

Seid ihr stolz darauf, bereits die 7. Red Bull BC One zu veranstalten?
Ja, auf jeden Fall! Schön wie sich das entwickelt hat, Japan ist jetzt sicher das absolute Highlight!

Wie kamt ihr auf Tokyo?
Das war allein die Entscheidung von Red Bull, Marketing mässig nach Tokyo zu gehen. Es werden zwischen 3.000 – 4.000 Zuschauer erwartet, das bisher grösste BC One Event und vielleicht mit doppelt sovielen Zuschauern wie letztes Jahr in New York, Wahnsinn!

Was erwartest du selbst vom morgigen Event?
Was halt immer schwierig ist: Du hast immer die ganzen Battles, in der ersten Runde fallen 8 B-Boys raus, meistens sind das auch die besten Battles. Das Problem ist halt, dass das Finale schwierig wird. Weil die Moves schon gezeigt wurden und die B-Boys nicht mehr soviel Kraft haben. Und es wäre halt schön, wenn der Final Battle noch mal der Höhepunkt ist. Problem für mich beim Schneiden ist dabei, alles im Endeffekt dann so aussehen zu lassen, als ob im Finale auch immer die besten und krassesten Moves gezeigt wurden.

Außerdem kommt es auch immer ganz darauf an, was für B-Boys gegeneinander fighten. Es gibt zwei Arten: Es gibt mehr die Power Mover, die sehr spektakulär sind für die Zuschauer und dann gibt es die Steps und die Stylers, wo der normale Zuschauer nicht wirklich mitkriegt, was jetzt genau die Schwierigkeit ist. Und wenn du zwei Styler im Finale hast wie z.B. in Johannesburg ist es sehr schwierig für den Zuschauer Emotionen zu entfalten, weil man das Gefühl bekommt, alles bereits gesehen zu haben.

Wer ist denn Favorit des diesjährigen Turniers?
Der Japaner Taisuke ist für viele der Favorit. Ich persönlich finde den Venezuelaner (Lil G., d.R.) super gut, der geht richtig ab und auch die Brasilianer sind extrem gut. Aber schwer einzuschätzen, weil die Jungs im Training noch nicht alles zeigen. Zum Glück muss die Jury entscheiden, denn ich bin da auch nicht der Profi.

Themawechsel. Weg von der BC One. Ich hab im Interview für Red Bull Schweiz gelesen, dass du auch Spielfilme drehen willst?
Ich habe zwei Drehbücher geschrieben und bin jetzt gerade dran das umzusetzen. Ich habe auch noch ein neues Konzept für Red Bull entwickelt, ein Sport-Event. Geht in den Martial Arts Bereich, nur ohne Gewalt. Also ganz was Neues. Sonst hab ich eine Produktionsfirma, mache alles mögliche wie Dokumentationen, TV Sport. Letztes Jahr habe ich z.B. für Swatch eine Extremsportstaffel gedreht weltweit mit den besten Sportlern. Das Extremsportzeug, da bin ich zuhause, das habe ich schon immer geliebt!

Danke Chrigi, für das superlockere und aufschlussreiche Gespräch. (Fotos © Jeriko)

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