HI, MY NAME IS NIKO SCHWIND

, 26. September 2014music, news, stories

HI, MY NAME IS ist der ziemlich einfallslose Titel für eine kontinuierliche Interview-Reihe mit talentierten Fotografen, Musikern, Künstlern und inspirierenden Persönlichkeiten unserer Zeit. Diesmal ist der großartige Berliner Produzent und DJ Niko Schwind an der Reihe. Geboren und aufgewachsen in Trier, steht Niko bereits seit mehr als 10 Jahren aktiv an den Plattentellern und veröffentlichte nun unter Oliver Koletzkis Erfolgslabel Stil vor Talent sein drittes Album „Grippin‘ World“. Das neue Werk des Klangkünstlers hat mich vor allem durch seinen Facettenreichtum begeistert. So verbindet er auf dem Longplayer auf dynamische Weise minimalistischen Deep House mit feinsten HipHop Beats, souligen Loops und sexy R’n’B Vocals, u.a. der Künstlerin Lil’Magdalene. Ein Genre-übergreifender Geniestreich, der es verdient in Dauerschleife gehört zu werden. Was den Wahlberliner zu seiner Musik inspiriert und warum Brasilien mehr als eine Reise wert ist, verrät er uns beim entspannten Mittagslunch in Kreuzberg.

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Ein gut gelaunter Niko Schwind beim Lunch im französischen Bistro Le Marigny in Kreuzberg

I AM Niko Schwind
Ich bin Künstler bei Stil vor Talent seit 2009, wohne seit 7 Jahren in Berlin und komme ursprünglich aus Trier, dort wo alles begann.

Wenn du nicht hier wärst, dann . . .
wär ich vermutlich Sozialarbeiter irgendwo in Trier. Ich bin damals nach Berlin gezogen, um Sozialpädagogik zu studieren. Dann kam jedoch der Durchbruch mit der Musik, und ich habe das Studium sein gelassen. Ich bin immer noch dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte aus einem Hobby, einen Beruf zu machen.

Grippin‘ World klingt wie . . .
Es klingt nach House. Warme Harmonien, groovig und es gibt viele Vocals, da ich es persönlich sehr mag damit zu arbeiten.

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Erinnerst du dich an dein erstes Mal live hinter den Plattentellern?
Ja. Es war 2003 in der Grillhütte in Trier. Und es war glaub ich mein erster Gig vor Leuten. Danach hat es mit dem Auflegen in verschiedenen Locations und Clubs in Trier begonnen. Unter anderem im Exhaus, einem Verein für Jugend und Kultur. Da fing eigentlich alles an. Und beim ersten Gig ging es auf jeden Fall drunter und drüber. (lacht)

Deine größte Inspiration?
Ich glaube am meisten beeinflusst hat mich tatsächlich Hip Hop. Aber natürlich geben einem auch gute Gigs unheimlich viel Energie, wenn man ein positives Feedback von den Leuten zurückbekommt. Und natürlich motiviert mich auch die Arbeit anderer Künstler oder von Freunden und Kollegen. Im Hip Hop hat mich zum Beispiel auf jeden Fall Dj Premier beeinflusst. Und früher zum Beispiel auch Punk Bands wie die Dead Kennedys oder Misfits.

Dein Song für den Moment?
Ein Song den ich zur Zeit selbst ziemlich viel spiele, ist der Remix von „My Heart Is On Fire“ von Dale Howard. Der ist grad in jedem Set drin.

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Gibt es für dich Alternative zum Leben in Berlin?
In Europa nicht. Aber ich könnte mir vorstellen irgendwann einmal für eine Zeit in Brasilien oder Südamerika zu leben. Ich habe dort relativ viele Freunde und gerade in Brasilien, wo ich schon vier Mal auf Tour war, fühle ich mich super wohl.

Ein Ort, den man gesehen haben muss.
Ipanema.

Ich kann nicht leben ohne…
Musik natürlich! Ein Tag ohne das Herumbasteln im Studio kann ich mir eben kaum mehr vorstellbar.

Wenn ich ein paar Tage mal nicht im Studio war, fehlt mir auf jeden Fall etwas. Dann sitz ich zu Hause und werde fast nervös.


Mein persönlicher Favorit der neuen Platte, der gleichnamige Track „Grippin‘ World“

Wie geht’s weiter?
Es gibt ein neues Projekt mit Oliver Koletzki. Die ersten sechs Tracks haben wir bereits fertig und werden dann auch einige Gigs live spielen. Ende des Jahres geht es damit auf Australien Tour. Ansonsten spiele ich am 15.10. auch auf dem ADE in Amsterdam für den Stil vor Talent x Katermukke Floor, zusammen mit Oli, Niconé & Sascha Braemer, Joris Delacroix, Dirty Doering, Britta Arnold und einigen anderen. Und wer hier in Berlin dabei sein möchte: Am Freitag den 26.9. gibt’s eine Stil vor Talent vs. Exploited Labelnight im Watergate.

Last but not least: Deine Frage?
Können wir jetzt essen? (lacht)

DANKE NIKO


images © Andrej Dallmann, Sean Pelles and Helen Hecker