Einmal Star und zurück: Was ist aus unseren Kindheitsikonen geworden?

Als ich dieses Jahr zu Weihnachten das erste Mal allein in Berlin blieb und mir auf der Couch nach vielen Jahren erneut den Filmklassiker „Kevin allein zu Hause“ reinzog, lachte ich nicht nur aus ganzem Herzen, sondern begann über den Hauptdarsteller Macaulay Culkin nachzudenken. Ich fragte mich, ob dieser wunderbare Kevin wohl mittlerweile die Kurve im echten Leben bekommen hat, und er Weihnachten mal wieder ohne die zahlreichen Eskapaden und weniger witzigen Abenteuer verbringen wird. Was ist eigentlich aus den Stars unserer Kindheit geworden?

Mich ließ die Frage nicht los und ich begann zu recherchieren: Kevin wird wohl leider nie wieder den gleichen Glanz vor der Kamera haben wie einst. Die letzte Schlagzeile im November 2014 handelte von der Falschmeldung seines Todes in den Sozialnetzwerken. Ein Witz? Wohl eher eine beängstigende Vermutung, die nicht zu letzt auch aus den vielen Abstürzen des einstigen Kinderstars in den letzten Jahren rührte. Ausgelöst durch viele tragische Umstände: Scheidungskrieg der Eltern, die Scheidung von Schauspielerin Rachel Miner nach zwei Jahren, der tödliche Autounfall seiner Schwester und zuletzt die Trennung seiner langjährigen Freundin Mila Kunis. Heutiger Berufsstatus meines Kinderzimmerhelden: Bandmitglied der Trash-Band „Pizza Underground“, die mit dem Wort „Pizza“ die Lyrics der alten Velvet Underground Songs parodieren. Autsch!

Die Geschichte gefallener Stars trifft uns immer und immer wieder. Der neue Film „Birdmann – oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit„, der in wenigen Wochen auch in Deutschland in die Kinos kommen wird, bringt diese Thematik mit Humor auf den Punkt. Die schwarze Komödie wurde gleich sieben Mal für den Golden Globe nominiert und gilt als Oscar-Kandidat. Warum? Weil traurige Heldengeschichten uns berühren und vor Augen halten, das jeder Mensch fehlbar ist und zum Glück im Leben mehr als nur Glamour und Erfolg zählen.

Aber ist Culkin der einzige gefallene Hollywood-Engel? Ganz und garnicht! Die Reihe der Sturzflüge ist lang. Da wäre zum Beispiel das bekannte Skandalleben der Lindsay Lohan, der mit 23 Jahren an einer Überdosis Drogen gestorbene River Phoenix (Mädchenschwarm und Hauptdarsteller in dem Klassiker „Standy by me“), der Drogensturz des Charlie Sheen und die sonderlichen Bühnenshows auf Kreuzfahrtschiffen der einstigen Star-Wars „Prinzessin Leia“, Carrie Fisher. Letztere mutierte vom Sex-Symbol einer ganzen Generation zur wirren Cabaretfigur, die ihr verrücktes Leben zwischen Kokain, Elektroschocktherapie, bipolarer Störung und schwulem Ehemann beschreibt.

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Dass es ab und zu auch Lichtblicke gibt bewies zu letzt Winona Ryder. Nachdem die ehemalige Leinwand-Ikone beinahe über 12 Jahre von Hollywood verstoßen wurde, feierte sie nun, nach Tablettenabhängigkeit, zahllos gescheiterten Beziehungen und Kleptomanie-Vorfällen, kleine Comebacks als Schauspielerin. Zuletzt in „The Letter“ und Tim Burtons „Frankenweenie“.

Meine letzte verblüffende Entdeckung eines gescheiterten Kinderstars machte ich erst vor wenigen Tagen. Im Anschluss an meinen sonntäglichen Filmabend mit dem bewegendem Drama „Das Glücksprinzip“, durchforstete ich das Internet nach dem Hauptdarsteller mit den wohl blausten Augen der Welt. Was macht Haley Joel Osment heute? Die Antwort: Er ist nicht mehr klein, nicht mehr süß und ganz schön außer Form geraten. Ohne ihn wäre „The Sixth Sense“ und „A.I. – Künstliche Intelligenz“ nur halb so hypnotisierend gewesen. Sieht man ihn heute, scheint die Magie auszubleiben. Leider merkt man das auch an dem Erfolg seiner letzten Filme: Ein trauriger Beweis für den Abgang eines Talents. Schnief.

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