Recap: So war die Time Warp 2016

Riesige Floors, renommierte Artists, bester Sound, atemberaubende Visuals und nicht zuletzt ein internationales Publikum: so oder ähnlich könnte man die diesjährige Time Warp 2016 in Mannheim in wenigen Worten auf den Punkt bringen. Doch würde das unserer ersten Time Warp Erfahrung kaum gerecht werden, schließlich tanzten auch wir uns die Seele bis in die späten Morgenstunden aus dem Leib.

Am ersten Aprilwochenende lud die Techno-Großveranstaltung erneut 20.000 Musikbegeisterte nach Mannheim und auch wir waren Dank Einladung unserer Freunde von Warsteiner mitten im Geschehen – bei einer der größten und einflussreichsten Techno-Veranstaltungen der Welt. Bei sommerlichen Temperaturen um die 20 Grad strömten am Samstag das Publikum von nah und fern auf das Gelände der Maimarkthalle Mannheim – wir haben das Ausnahme-Event für euch unter die Lupe genommen und einige Impressionen einer sehr langen Nacht mitgebracht.

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DJs von Rang und Namen.
Die Time Warp steht auch im 20. Jahr in Folge vor allem für eines: Klasse. Vor allem was die Acts und DJ’s betrifft. Wem es beliebt alle Techno-Größer in nur einer Nacht zu erleben, der sollte hier zweifelsohne sein Glück finden. Auch 2016 ließen sich die Veranstalter nicht lumpen und luden bekannte Gesichter aber natürlich auch Newcomer nach Mannheim um das Jubiläum des Techno-Events feiern, mit dem auch Papa Väth aufgewachsen ist. Nebst Time Warp-Veteranen wie Richie Hawtin, Ricardo Villalobos, Tale of Us, Monika Kruse, Carl Cox oder aber Adam Beyer und Pan Pot, reihten sich der Kubaner Maceo Plex, der in diesem Jahr übrigens TW-Debüt feierte, Recondite, Dixon oder Henrik Schwarz in das sagenumwobene Line Up mit 40 der wohl besten und bekanntesten DJs der Welt.

Bereits diese wenige Namen geben zudem maßgeblich vor, in welche Richtung die Time Warp musikalisch auch in diesem Jahr gehen sollte, denn Techno der härteren Gangart steht hier auch im 20. Jahr an der Tagesordnung. Bis auf wenige Ausnahmen, beispielsweise dem frühen Set von Recondite, Dixons verträumten aber gewohnten Einstieg ins Set oder aber Laurent Garniers Closing im einzigen tageslicht-durchfluteten Floor, schickten die meisten Acts das Publikum im harten 4|4-Takt, knalligen Highs und druckvollem Bass auf die Bretter. Sei es Nina Kraviz‘ stampfender Bass, Adam Beyers kraftvolle Beats oder Seth Troxlers pumpender Schlagabtausch mit den Martinez Brothers. Der klassische Techno-Fan findet auf der Time Warp mit Sicherheit das Glück der ersten Stunde, dennoch schätzen wir die kleine von Dixon auferlegte Verschnaufpause umso mehr, bevor Monika Kruse im Pavillon nebenan wieder volle Fahrt aufnahm.

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Satter Sound soweit das Ohr hören kann.
20 Jahre Time Warp – das bedeutet auch 20 Jahre Erfahrung, vor allem in Sachen Sound. Keine Frage, die riesigen Hallen des Maimarktgeländes sind mit Sicherheit der Albtraum eines jedes Tontechnikers und dennoch sorgten die meterhohen Türme für rundum satten Sound, der bis in die letzte Reihe auf vollen Floors rollte ohne den Zuhörern in der ersten Reihe von Floor 1 das Trommelfell zu zerfetzen. Doch auch auf den restlichen fünf Floors war eine der wenigen Konstanten am Abend mit Abstand der qualitativ und gut abgemischte Klang. Wundervoll, denn was wäre ein Musikfestival ohne die richtige Anlage.

Von nah und fern – Das Publikum.
Wer auf einem deutschen Techno-Festival vorwiegend deutsche Gäste erwartet liegt bei der Time Warp definitiv falsch. Auch in diesem Jahr reisten unzählige Italiener, Holländer, Franzosen und anderen Nachbarländern nach Mannheim und beweisen einmal mehr zu welchem Rang dieses Event in den letzten 20 Jahren gewachsen ist. Weit ab von dem Berlin gewohnten Partyhorizont, feiert ein Großteil der 20.000 Besucher nicht in schwarzen Berghain-Looks, sondern deutlich farbenfroher in Neon, Blinklicht und Sonnenbrille auf der Stirn bis in die frühen Morgenstunden hinein. Wer allerdings auf Love, Peace, Happiness und Fusion-Fealing steht, bei der Time Warp wiederum seine Bedenken hat, der sei nun beruhigt. Denn das Event blieb auch bis zum Closing um 14 Uhr friedlich.

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Organisation (ist alles).
Die Organisation des Festivals ist ein weiterer Beleg für die 20-jährige Erfahrung der Veranstalter. Nicht nur der gestaffelte Time-Table, sondern auch der Einlass sind bestes Beispiel für die durchweg gute Organisation des massentauglichen Events. Kurze Wartezeiten zu den Floors, an den Sanitäranlagen, zu den Bars und im Foodbereich sorgen für fröhliche Besucher, die sich schnell wieder dem widmen können, weswegen sie hier sind: der Musik. Trotz hoher DJ-Dichte dürfte kaum ein Gast die Sets verpasst haben, weswegen er eigentlich bei der Time Warp ist. Nicht nur zu unserer Freude, sondern der 19.998 anderen Gäste auch.

Food – Currywurst Schranke im Bierzelt.
Ohne lange um den heißen Brei reden zu müssen – die Time Warp ist kein Street Food Festival und das muss sie auch gar nicht sein. Auf den Teller gibt es schnelle Sattmacher und Kohlenhydrate für den ausgepowerten Raver. Unweit des riesigen Food-Courts mit Oktoberfest Charme gab es zudem den schnellen Durstlöscher am Warsteiner Pavillon, an dem Musikdurstige neben frisch gezapften Blondem auch noch temporäre Tattoos und Körperbemalungen sowie das Gruppen-Erinnerungsfoto für die Festivalsaison mitnehmen konnten.

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Fazit: Kann man machen!
Die Time Warp ist und bleibt ein eintägiges Techno-Festival, dass sich nicht ohne Grund in den letzten 20 Jahren zu einer festen Instanz am europäischen Partyhorizont entwickelt hat. Wer lieber im Kleinen und gemütlich in den Sonnenaufgang auf dem Bachstelzen Floor der Fusion tanzt, dürfte bei der Time Warp seine Schwierigkeiten haben. Dennoch hat das Event nicht zuletzt wegen seiner Acts sowie der Sound- und Light-Gestaltung auch bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer schon immer einmal alle Größen der Szene auf noch größeren Stages mit einem einzigartigen Sound-Licht-Konzept sehen wollte, der sollte dem Event im kommenden Jahr eine Chance geben.

Wir kommen wieder, keine Frage!

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CREDITS
all images © Thang Dai
www.instagram.com/electru
DISCLAIMER
Unter dem Hashtag #musikdurstig und auf der Website www.musikdurstig.de sowie bei Warsteiner auf Facebook bekommt ihr weitere Informationen zur Time Warp 2016 und anderen musikalischen Festival Highlights.